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Neurodermitis - Arrangement mit einer Krankheit
 

Eltern sind in Sorge, Kinder leiden, Ärzte schlagen Alarm. Jahr für Jahr steigt die Zahl der Betroffenen. Doch mit der richtigen Therapie lassen sich die Symptome häufig deutlich lindern.

 
Jedes fünfte Kind bis zum Alter von sieben Jahren ist von Neurodermitis betroffen - von einer Krankheit, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten fast zu einer Volksseuche entwickelt hat. Noch 1975 waren es nur knapp drei Prozent aller Kleinkinder, die erkrankten. Heute kommen Jahr für Jahr 300.000 Fälle hinzu.

Was ist Neurodermitis? Sie ist eine vorwiegend durch Störungen im Immunsystem bedingte Erkrankung, deren Symptome sich an der Haut zeigen: Schwellungen, Rötungen, offene Stellen, Krusten - verbunden mit ständigem, quälendem Juckreiz. Ist es die fortschreitende Belastung der Umwelt, die für das rasante Ansteigen der Fallzahlen verantwortlich ist? Viele vermuten das, aber die genauen Ursachen sind noch nicht erforscht. Fest steht: Neurodermitis kann vererbt werden. Ebenso fest steht: Es gibt keine Patentrezepte für einen Heilerfolg. Alle Therapien haben nur eine Linderung oder das Ausbleiben der Symptome zum Ziel.

Betroffene und ihre Angehörigen sind schon glücklich über die geringste Besserung, denn der Neurodermitis-Alltag ist nahezu unerträglich.

Monika B. aus Geretsried ist Mutter einer achtjährigen Tochter. Seit der Geburt des Kindes hat die Krankheit das Leben der ganzen Familie stark beeinträchtigt: "Wir haben alles miterlebt - von offenen Stellen in den Kniebeugen, an den Handgelenken und im Windelbereich bis hin zu eitrig-blutigen Pusteln. Monatelang verwendeten wir nur noch dunkelblaue Handtücher, wenn wir das Kind gebadet hatten, weil die Blutflecken aus hellem Frottee einfach nicht mehr herauszuwaschen waren. Und im Alter von zwei Jahren bekam Christina sogar einen allergischen Schock."

In den wenigsten Fällen ist die Diagnose Neurodermitis gleich nach der Geburt bekannt. "Erst als Christina vier Monate alt war, erfuhren wir es vom Kinderarzt", erzählt Monika B. "Der hat mir dann eine Salbe in die Hand gedrückt, von der die roten Flecken tatsächlich vorübergehend verschwanden. Doch als ich später erfuhr, dass es sich um ein Kortison-Präparat handelte, bin ich mit meiner Tochter nicht wieder in diese Praxis gegangen. Denn Kortison wollte ich an mein Kind nicht heran lassen." Kortisonpräparate werden auch von Schulmedizinern mit Vorsicht eingesetzt, denn der Wirkstoff kann in der Langzeittherapie unter anderem zu Knochenveränderungen, Verdünnung der Haut und Wachstumsstörungen führen.

 
Der neue Kinderarzt - ein homöopathischer Facharzt für Allergologie - krempelte die Lebensgewohnheiten der Familie B. total um: In der Nahrung keine Milch, keine Eier, keine allergieauslösenden Lebensmittel. Totale Sanierung der Wohnung. Bei der Kleidung nur unbelastete Baumwolle. Und Urlaub im allergenarmen Reizklima. Auf Madeira. "Leider nicht auf unseren Nordseeinseln, denn dort ist Familienurlaub unbezahlbar", klagt Christinas Mutter.

Auch die Umstellung der Lebensgewohnheiten ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Neurodermitis Behandlung. Aber wie sieht nun die eigentliche Therapie aus? Die Schulmedizin setzt überwiegend auf Salben, die auf die betroffenen Körperstellen aufgetragen werden. Diese enthalten in schwereren Fällen Kortison. Andere Therapien verwenden zum Beispiel Harnstoff oder Teer-Präparate, Salben oder Cremes mit dem Wirkstoff Bufexamac oder aber Antihistaminika. Alles sind Standardanwendungen, die sich ausschließlich auf das Erscheinungsbild der Erkrankung konzentrieren. Gerade bei chronischen und vielschichtigen Hauterkrankungen wie der Neurodermitis erweist sich die Homöopathie als wirksame und nebenwirkungsarme Alternative. Dabei wird der behandelnde homöopathische Arzt die Persönlichkeit des Patienten und das spezielle Erscheinungsbild der Krankheit für die Wahl einer individuellen Therapie in den Vordergrund stellen. Und er widmet der Auswahl des passenden homöopathischen Mittels allergrößte Sorgfalt.

Neurodermitis – kein Fall für Selbstmedikation durch Laien
Neurodermitis ist keine Erkrankung, der man allgemein nach dem Motto „bekannte Indikation – bewährtes Mittel“ begegnen kann. Aus diesem Grund ist die langfristige Therapie der Neurodermitis kein Fall für die Selbstmedikation. Hier sind erfahrene homöopathische Ärzte oder Heilpraktiker gefragt, die die Persönlichkeit des Patienten, verschiedene Arzneimittelbilder und das Auftreten der Krankheit miteinander vergleichen und behutsam Schritt für Schritt die passende homöopathische Medizin ermitteln.

 
Das sind mögliche Auslöser der Neurodermitis
 
Jahreszeit   Herbst-Winter-Gipfel mit geringer Luftfeuchtigkeit und wenig Sonne
     
Temperatur   Schwitzen in überheizten Räumen, im Bett, bei eng anliegender Kleidung, beim Sport, in der Sauna
     
Infekte   z. B. Grippe, Masern
     
Mechanische oder toxische Ursachen   Reibung durch wollhaltige Kleidung, Feuchtigkeitsstau unter synthetischen Stoffen oder Plastikwindeln, starke Sonneneinstrahlung, Entfettung der Haut
     
Allergieauslöser   Chemikalien in Kleidung oder Reinigungsmitteln, Waschmittel, Weichspüler, Haustiere (Haare, Federn, Schuppen), Pollen, Hausstaubmilben, Medikamente, Konservierungs- und Duftstoffe, Nickel (z.B. in Modeschmuck)
     
Ernährung   siehe nächste Tabelle
     
Emotionales   Stress, Ärger, Trauer, Aufregung
 
Die richtige Ernährung hilft heilen
 
Verwenden sollten Sie: Vermeiden sollten Sie:
   
  • weitgehend naturbelassene Lebensmittel aus ökologisch kontrolliertem Anbau.
  • allergenarme Lebensmittel.
  • wenig Würzmittel wie Salz und Pfeffer - besser die Speisen vorwiegend mit Kräutern würzen.
  • säurearmes Obst und Gemüse, das sind zum Beispiel Äpfel, Birnen oder Pflaumen.
  • viel Flüssigkeit: Mineralwasser, Tee und ungesüßte Säfte; möglichst keinen Kaffee.
  • Trockenfrüchte, unbehandelter Honig.
  • Stillen von Neugeborenen. Es kann bei bereits vorliegenden Risikofaktoren durchaus den Ausbruch der Neurodermitis verhindern.

Sehr wichtig: Stillen kann nur dann erfolgreich sein, wenn es ohne inneren oder äußeren Druck der Mutter ermöglicht wird.

  • "hochveredelte" Nahrungsmittel, die Farb- oder Konservierungsstoffe enthalten.
  • vor allem die Hauptallergene Milch- und Hühnereiweiß.
  • stark gewürzte Speisen.
  • stark säurehaltiges Obst oder Gemüse wie zum Beispiel Orangen, Zitronen, Grapefruit oder Rhabarber.
  • zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, kohlensäurehaltiges Mineralwasser oder Limonade sowie Alkohol.
  • viel Zucker oder Süßigkeiten, Zigaretten rauchen.
  • sämtliche Formen von psychischem Druck oder Unbehagen, die mit dem Thema Essen verbunden sind.

Unverträglichkeitsreaktionen haben sehr häufig etwas mit der inneren Einstellung zum Essen zu tun!

 
     
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