Allgemein Frauen Kinder Tiere
 
 
Gesund und fit durchs Kleinkindalter
 

Erfahren Sie hier, welche wichtigen Entwicklungsphasen Ihr Kind im Vorschulalter durchlebt und wie die Homöopathie Ihnen in dieser Zeit der typischen "Kinderkrankheiten" helfen kann.

Zahnungsprobleme - Dreitagefieber - Mittelohrentzündung - Bettnässen - Windpocken - Scharlach - Masern - Keuchhusten - Nesselsucht
 

Der kleine Paul ist 26 Monate alt. Während er vor einem Jahr gerade mal auf wackligen Beinehen das Laufen gelernt hat, kann er jetzt schon hüpfen, auf einem Bein stehen und Dreirad fahren. Auch kennt er seinen Vor und Nachnamen und kann sich anziehen. Vor allem aber plappert er wie ein Wasserfall! Schon jetzt können Pauls Eltern seinen Tatendrang kaum noch bremsen. Und überall Regeln und Vorschriften, die von den Erwachsenen gemacht werden und in seinen Augen überhaupt keinen Sinn ergeben.

Dabei gibt es doch soviel zu entdecken in dieser aufregenden Welt! Und keine noch so gut gemeinte Warnung ersetzt die selbstgemachte Erfahrung. Dabei schwankt Paul ständig in seinem Bedürfnis nach Nähe und Distanz, Hilfsbedürfnis und Eigenständigkeit Wenn er mit sechs oder sieben Jahren in die Schule kommt, wird er erstaunliche Fortschritte in seiner Sprache, in der Grob- und Feinmotorik und in seiner sozialen Entwicklung gemacht haben. Aus dem einst unselbstständigen Säugling wird ein kleines Persönchen mit "eigenem Kopf" geworden sein.

In der Zeit zwischen einem Jahr und sechs Jahren bildet sich das Nervensystem weiter aus und erlaubt dem Kleinkind zum Beispiel, seine Blasenfunktion zu kontrollieren. Seine Muskeln werden größer und kräftiger und es lernt, sie zielgerichtet einzusetzen. Insbesondere wird jedoch der Kontakt zu anderen Personen - vor allem zu Kindern - immer wichtiger.

Doch das sind nicht die einzigen Herausforderungen, die auf den noch jungen Erdenbürger warten: Er wird sich in seinem ungebremsten Tatendrang die Finger klemmen, sich verbrennen, Schürfwunden erleiden. All das gehört zum Lern- und Erfahrungsprozess. Und eine ganze Armada von Viren und Bakterien wartet nur darauf, über Ihr Kind herzufallen und hat dabei auch meist Erfolg. Denn genau wie die noch junge Persönlichkeit steckt auch das Immunsystem noch "in den Kinderschuhen". Aber keine Angst: Aus jeder überstandenen Infektion geht das kindliche Abwehrsystem gestärkt hervor. In den meisten Fällen hat das Durchstehen einer Krankheit auch positive Effekte, denn es trägt meist zu lebenslanger Immunität bei. Ein Mensch, der ein Mal die Masern durchgemacht hat, bekommt sie im Regelfall nie ein zweites Mal.

Der Kinderarzt ist natürlich immer erster Ansprechpartner, wenn es um die Gesundheit Ihres Kindes geht.

 
Grundsätzlich: bei höherem Fieber sofort zum Arzt
Umgehend aufsuchen sollten Sie ihn bei Fieber ab 38 Grad Celsius, wenn ausgeprägte Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten, wenn sich Atembeschwerden mit geräuschvollem, schwerem, schnellem oder keuchendem Atem einstellen (Verdacht auf Lungenentzündung) oder wenn Sie unsicher über die Schwere oder den Verlauf der Krankheit sind.

Eine homöopathische Behandlung allein oder ergänzend hat sich bei vielen typischen Kinder-Erkrankungen bewährt. Die im Folgenden genannten allgemeinen Maßnahmen (Hausmittel) können als Ergänzung zur homöopathischen Selbstbehandlung ergriffen werden.

Zahnungsprobleme

Ihr Kind ist unruhig, quengelig und schreit viel. Außerdem zeigt sich vermehrte Speichelbildung. Das sind Anzeichen für nahendes Zahnen, welches um den 24. Monat mit den Backenzähnen abschließt. Direkt über den durchbrechenden Zähnen können sich unter der Mundschleimhaut sogenannte Durchbruchszysten entwickeln. Diese erscheinen als bläuliche, pralle Aufwerfungen. Zusätzlich können sich Durchfälle, Fieber und Hautausschläge zeigen.

Maßnahmen: Um die Schmerzen im Mundraum zu lindern, ist neben einer homöopathischen Behandlung ein Beißring - im Kühlschrank aufbewahrt - äußerst hilfreich. Bei Durchfällen und anderen körperlichen Symptomen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Dauern die Beschwerden an, sollte jedoch auf jeden Fall der Kinderarzt aufgesucht werden.

Dreitagefieber

Es handelt sich um eine harmlose Virusinfektion, die in der Regel Kinder unter drei Jahren betrifft. Typisch ist plötzliches hohes Fieber, das drei bis vier Tage anhält. Manchmal kann es dabei zu Fieberkrämpfen kommen, die jedoch ohne Folgeschäden verlaufen. Nach einem mehrtägigen Fieberstadium tritt ein rascher Temperaturabfall ein - von einem blassroten Ausschlag begleitet, der sich vom Rumpf auf Arme und Beine ausbreitet, das Gesicht ausspart und nach ein bis drei Tagen verschwindet.

Maßnahmen: Zur Fiebersenkung eignen sich kalte Wadenwickel.

Mittelohrentzündung

Im Rahmen einer Erkältung können Keime aus der Nase über die Ohrtrompete (so nennt man die Verbindung zwischen Rachenraum und Gehörgang) aufsteigen und eine "Otitis media" (Mittelohrentzündung) auslösen. Sie beginnt meist plötzlich, mit stechenden, ein- oder beidseitigen Ohrenschmerzen, Klopfen im Ohr und Fieber. Weitere Symptome sind allgemeines Krankheitsgefühl, Hörminderung und Kopfschmerzen. Ihr Kind wird unruhig und weinerlich sein, sich zudem häufig ans Ohr fassen.

Maßnahmen: Bewährt haben sich das Wärmen der Ohren sowie Umschläge mit warmen gekochten Kartoffeln oder gehackten Zwiebeln beziehungsweise Knoblauch. Da es im Verlauf einer Mittelohrentzündung zu gefährlichen Komplikationen kommen kann, sollten Sie aber unbedingt einen Kinderarzt konsultieren.

Bettnässen

Wenn eine körperliche Erkrankung als Ursache ausgeschlossen ist, sollten sich Eltern bis etwa zum sechsten Lebensjahr des Kindes über Einnässen keine Sorgen machen. Geduld ist gefragt meist löst sich das Problem von selbst. Vom Krankheitsbild "Enuresis" spricht man nur, wenn das Kind älter als fünf Jahre ist und mindestens zwei Mal im Monat einnässt oder wenn es schon länger als sechs Monate trocken war und nun wieder damit anfängt, einzunässen.

Maßnahmen: Da sich aber auch Entzündungen oder Fehlbildungen der Harnwege hinter dem Symptom Einnässen verbergen können, die unter Umständen zu Störungen der lebenswichtigen Nierenfunktion führen, sollte unbedingt an erster Stelle ein Arztbesuch stehen. Wenn eine organische Störung ausgeschlossen werden kann, haben sich VerhaItenstherapie und psychologische Behandlung als sinnvoll erwiesen.

Tipps bei Bettnässern

  • Strafen oder Drohungen unterlassen. Das Kind nicht drängen, die Flüssigkeitszufuhr am Abend einzuschränken. Nicht in der Nacht wecken, um es auf die Toilette zu setzen. All dies erhöht nur den Druck auf das Kind und führt so eher zu einer Verschlechterung der Lage.
  • Legen Sie einen "Sonne-und-Wolken-Kalender" an, bei dem trockene Nächte mit einer Sonne markiert werden. Fortschritte können darin gut erkannt und mit Lob verstärkt werden.
  • Zur Entlastung der Familie: Bettschutz, waschbare Bettdecke oder Ähnliches verwenden.
Windpocken

Den Namen hat diese Krankheit aufgrund ihrer hohen Ansteckungsfähigkeit erhalten. Sie beginnt mit Kopf- und Gliederschmerzen und leicht erhöhtem Fieber und wird von einem charakteristischen Ausschlag begleitet: Kleine, runde oder ovale, rote Flecken, die zuerst am Rumpf auftreten, dann den behaarten Kopf befallen, das Gesicht und zuletzt Arme und Beine. Typisch sind auch Bläschen, die aufgehen, wässern, dann trocknen und ausheilen. Da verschiedene Ausschlagsformen gleichzeitig auftreten, spricht man auch vom sogenannten „Sternenhimmel". Das Kind wird von starkem Juckreiz am ganzen Körper geplagt, der ebenso wie die anderen Symptome etwa zehn Tage anhält.

Maßnahmen: Ihr Kind sollte möglichst Bettruhe halten. Gegen den Juckreiz helfen mit Kamillentee getränkte Tücher. Luftige Kleidung juckt weniger als enge. Verhindern Sie, dass Ihr Kind sich die Bläschen aufkratzt, da es sonst zu weiteren Infektionen kommen kann. Dazu ist es ratsam, ihm die Fingernägel ganz kurz zu schneiden. Auch Baden sollte ihr Kind erst wieder, wenn die Bläschen verkrustet sind, da sie sich sonst leicht entzünden können. Eine Windpockenerkrankung ist stets ein Fall für den Hausarzt oder Heilpraktiker. Seine Maßnahmen und therapeutischen Entscheidungen können aber sehr gut durch die Verabreichung homöopathischer Arzneimittel begleitet und ergänzt werden.

Scharlach

Die Erkrankung beginnt ganz plötzlich, stürmisch, mit starken Halsschmerzen, Husten, Erbrechen, hohem Fieber, Herzrasen, Kopf- und Bauchschmerzen. Die ersten drei Tage ist die Zunge belegt, dann sieht sie himbeerfarben aus. Am zweiten Tag beginnt ein fünfeckiger Ausschlag, der sich zuerst in der Leistengegend zeigt, sich dann über den gesamten Körper ausbreitet, Mund und Kinn jedoch ausspart. Es kann zu kleinen Hauteinblutungen kommen. Der Kinderarzt wird Ihrem Kind vermutlich ein Antibiotikum verschreiben.

Maßnahmen: Zu Hause können Sie Ihrem Kind helfen, indem Sie ihm möglichst viel zu trinken geben. Das hilft, den Schleim in der Lunge zu lösen, der dann leichter abgehustet werden kann. Da die Hustenanfälle vor allem in der Nacht kommen, sollten Sie für kühle und feuchte Raumluft sorgen. Hierfür können Sie beispielsweise feuchte Handtücher im Zimmer aufhängen. Sorgen Sie für Bettruhe, soweit Ihr Kind dies mitmacht.

Masern

In Deutschland wurde diese Virusinfektion stark eingedämmt - woran vor allem die konsequent durchgeführten Impfungen in der ehemaligen DDR Anteil haben. Trotzdem besteht für Masern oder auch nur den Verdacht darauf eine Meldepflicht. Das ist auch sinnvoll, da es im Verlauf der Infektion zu schwerwiegenden Folgerkrankungen kommen kann.

In den ersten drei bis vier Tagen der Krankheit leidet das Kind an einer fiebrigen Erkältung: Es hat Schnupfen, Halsweh, Husten, lichtempfindliche, gerötete und verschwollene Augen und meist mäßiges Fieber. Weißliche, kalkspritzerartige Beläge treten im Mund an der Wangenschleimhaut auf. Am vierten oder fünften Tag steigt das Fieber deutlich an. 40 Grad Fieber sind keine Seltenheit. Hinter den Ohren entwickelt sich ein dunkelroter Ausschlag, der sich innerhalb von zwei Tagen über Oberkörper und Extremitäten ausbreitet. Die einzelnen Flecken fließen zusammen und können stark jucken. Zwischen dem achten und zehnten Tag der Erkrankung, wenn der Ausschlag die Füße erreicht hat, beginnt das Fieber zu fallen. Wichtig: Verzögert sich die Entfieberung, ist mit Komplikationen zu rechnen.

Maßnahmen: Sorgen Sie für Bettruhe. Bei Fieber sollte Ihr Kind viel trinken. Sie können auch Wadenwickel machen. Direkter Lichteinfall sollte wegen der stark erhöhten Lichtempfindlichkeit auf jeden Fall vermieden werden; Ihr Kind wird sich in einem leicht abgedunkelten Raum am wohlsten fühlen. Gegen den Hustenreiz sollte die Raumluft angefeuchtet werden (siehe Maßnahmen bei Scharlach).

Bei folgenden Symptomen sollten Sie sofort den Arzt aufsuchen:

  • Anhaltendes hohes Fieber
  • Ohrenschmerzen
  • Kurzatmigkeit oder Atemnot
  • Starke Kopfschmerzen, steifer Hals, Nackenschmerzen
  • Brennende, lichtempfindliche Augen
  • Wenn der Ausschlag erst dunkelrot, dann blass oder bläulich wird oder wenn er nicht richtig herauskommt

Schicken Sie Ihr Kind erst ein bis zwei Wochen nachdem die Symptome verschwunden sind, wieder in den Kindergarten, damit sich sein Immunsystem erholen kann.

Keuchhusten

Die Krankheit beginnt mit Niesen, Schnupfen, manchmal Heiserkeit. Nach einer Woche bis 14 Tagen beginnen die charakteristischen, stakkatoartigen Hustenanfälle. Es kommt dabei zu mehreren (15 - 20), heftigen Hustenstößen, bei denen das Kind zähen, glasigen Schleim herauswürgt. Dieses Stadium der Krankheit kann drei bis sechs Wochen dauern.

Maßnahmen: Ihr Kind sollte im Bett bleiben, soweit es dies mitmacht. Damit sich der zähe Schleim besser löst, muss der kleine Patient viel trinken. Nachts sollte für kühle, feuchte Raumluft gesorgt werden (siehe Maßnahmen bei Scharlach).

Nesselsucht

Innerhalb von Minuten nach Kontakt mit einem Allergen (ein Stoff, auf den der Körper allergisch reagiert) bilden sich juckende Quaddeln, so wie sie bei der Berührung von Brennnesseln auftreten. Die Quaddeln können klein und linsenförmig sein, sich nur auf eine Körperregion beschränken. Sie können sich aber auch über den gesamten Körper ausbreiten, zu größeren Gebilden zusammenfließen oder beetartig zusammenstehen. Sie sind, wie oben schon erwähnt, Ausdruck einer Allergie.

Mögliche Auslöser einer Allergie

  • Nahrungsmittel wie Getreide, Kuhmilch, Meeresfrüchte, Nüsse, Beeren, Eier, Fisch
  • Lebensmittelzusatzstoffe wie Färbemittel, Chinin in Tonic Water oder Menthol in Zahnpasta
  • Rückstände von Spritzmitteln auf Obst und Gemüse oder in Fleisch gespritzte Medikamente
  • Medikamente zum Einnehmen wie Aspirin oder Penicillin, aber auch Salben und Zäpfchen,Insektenstiche
  • Pflanzen
  • Tierhaare

Die Beschwerden können innerhalb einiger Stunden vergehen oder auch zwei bis drei Tage anhalten. Es kann auch leichtes Fieber auftreten.

Maßnahmen: Zuerst sollte der Auslöser ermittelt werden. Dazu wird beim Arzt ein Allergie- oder sogenannter Prick-Test durchgeführt. Zu Hause sollten Sie ausprobieren, ob es Ihrem Kind besser geht, wenn Sie die betroffenen Hautstellen kühlen oder wärmen. Essigwasser-Umschläge (Verhältnis 1:1) helfen, den Juckreiz und die Schwellung zu lindern. Rufen Sie sofort den Notarzt oder bringen Sie Ihr Kind ins Krankenhaus, wenn zusätzlich plötzlich die Schleimhäute der Atemwege anschwellen. und Atemnot auftritt (Es besteht Schock- und Erstickungsgefahr).

Bewährte homöopathische Arzneistoffe in der Kinderheilkunde
 
Aconitum napellus Atropa belladonna Bryonia dioica Chamomilla recutita
Aconitum napellus Atropa belladonna Bryonia dioica Chamomilla recutita
       
Lycopodium Pulsatilla pratensis Urtica urens Rhus toxicodendron
Lycopodium Pulsatilla pratensis Urtica urens Rhus toxicodendron
 
     
» Druckversion  
Suchen Sie hier nach Einzelmitteln in unserer Datenbank!